Sein Gesichtsverlust könnte Putin zum Verhandeln zwingen

Sein Gesichtsverlust könnte Putin zum Verhandeln zwingen

Sogenannte „Windows of Opportunity“, also Verhandlungsfenster, gab es im Ukraine-Krieg bereits mehrere. Noch hat sich daraus kein Frieden ergeben. Womöglich gibt es die nächste Gelegenheit dazu aber schon Ende des Jahres.

Fenster in Wohnungen und Häusern werden geöffnet und geschlossen. Gründe dafür gibt es viele, wie zum Beispiel die externe Wetterlage oder der interne Frischluftbedarf. Sogenannte Verhandlungsfenster, also „Windows of Opportunity“, funktionieren ähnlich.

Sie sind zeitlich begrenzt und in ihrer Offenheit von unterschiedlichen internen und externen Faktoren abhängig. Dies gilt auch für die immer wieder aufkeimenden Hoffnung auf eine Verhandlungslösung im Ukraine-Krieg.

Militärisches Vorankommen, Verluste an Menschenleben, Motivation der Streitkräfte, militärische Logistik, öffentliche Meinung, der Druck auf und die Leidensfähigkeit von (Teilen) der Bevölkerung, sowie wirtschaftliche Auswirkungen und die Unterstützung durch Verbündete und andere Staaten können hierbei Faktoren sein, die ein „Window of Opportunity“ einen Spalt öffnen oder es schlagartig wieder schließen.

Solange der Glaube bei einer der Parteien vorherrscht, die Lage im russischen Angriffskrieg mit militärischen Mitteln allein für sich zu entscheiden, wird der Spalt im „Window of Opportunity“ immer kleiner. Wieso etwas aufgeben, wenn eine Kapitulation auch mit Gewalt erreicht werden kann?


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Dieses Interview mit Verhandlungsexperte Thorsten Hofmann erschien im „Foucs online“ am 20.08.2022 und ist hier abzurufen.



Thorsten Hofmann, C4 Center for Negotiation

Thorsten Hofmann ist Lehrbeauftragter für wirtschaftliches und politisches Verhandlungsmanagement und Krisenkommunikation an der Quadriga Hochschule Berlin. Er leitet das C4 Center for Negotiation.

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